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Immunsystem? Was ist und kann es?


„Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben.“ Mit diesem Zitat trifft der irische Lyriker Oscar Wilde den Nagel auf den Kopf, denn ohne Gesundheit ist alles nichts. Deshalb sollten wir stets gut auf unsere Gesundheit Acht geben. Ständig ist der Mensch sich verändernden Umwelteinflüssen ausgesetzt – lauert eine Bedrohung für unseren Körper, ist ein gut funktionierendes Immunsystem von großer Bedeutung. Das menschliche Immunsystem ist sozusagen der natürliche Beschützer unserer Gesundheit. Tagtäglich gibt unser Abwehrsystem alles, um unsere Gesundheit zu gewährleisten. Vor allem in stressigen Lebensphasen, beim Kontakt mit vielen Menschen und bei kaltnassen Wetterbedingungen wird unser Immunsystem auf eine harte Probe gestellt und ist intensiver als sonst gefordert. Viele Gründe, die dafürsprechen, den Beschützer unserer Gesundheit und unseres Wohlbefindens besser kennenzulernen, um diesem eine optimale Unterstützung bieten zu können.

 Ein starkes Immunsystem ist das A und O!

Funktion, Aufbau und Aufgaben des Immunsystems

Doch wie funktioniert unser Immunsystem eigentlich, wie ist es aufgebaut und welche Aufgaben erfüllt es?

Ganz allgemein kann man sagen, dass unser Immunsystem den Organismus gegen Krankheitserreger wie beispielsweise Viren, Bakterien, Pilze oder Parasiten verteidigt und somit lebenswichtig ist. Tagtäglich erbringt es dabei rund um die Uhr Höchstleistungen, da wir Tag ein, Tag aus unvermeidlich mit unzähligen Erregern in Kontakt kommen.

Das menschliche Immunsystem ist höchstkomplex und setzt sich aus zwei Teilen zusammen – dem angeborenen Immunsystem einerseits und dem erworbenen Immunsystem andererseits. Wie der Name schon vermuten lässt, besitzt der Mensch von Geburt an ein Immunsystem, welches ihn unspezifisch vor Krankheitserregern schützt. Das erworbene Immunsystem muss – wer hätte es gedacht – jeder Mensch im Laufe seines Lebens erst erwerben. Unser Körper durchläuft hierbei einen Lernprozess und entwickelt ein Gedächtnis, womit Krankheitserreger spezifisch und gezielt bekämpf werden können. Wenn man also bereits zuvor mit einem bestimmten Erreger in Kontakt gekommen ist, erinnert sich unser Immunsystem an diesen und kann ganz gezielt dagegen ankämpfen. Dabei lernt es niemals aus. Übrigens entwickelt unser Immunsystem auch bei einer Allergie ein solches sogenanntes immunologisches Gedächtnis.

Das Immunsystem bildet ein großes Netzwerk, das sich über den gesamten menschlichen Organismus verteilt. Diverse Organe und Zellen sind Teil dieses komplexen Systems.

 

Die Bedeutung des Immunsystem in der Allergiezeit

Egal ob Heuschnupfen, Nahrungsmittelallergien, Tierhaarallergien oder Allergien gegen Insektenstiche: Eines haben sie alle gemeinsam – unangenehme Symptome wie laufende und verstopfte Nasen, häufiges Niesen, tränende, juckende und geschwollene Augen, Müdigkeit, Atemwegsbeschwerden, Husten und Hautirritationen. Wer Allergiker ist, kann sicherlich ein Lied von diesen unangenehmen und belastenden Symptomen singen. Im schlimmsten Fall kann es sogar zu einem anaphylaktischen Schock kommen, welcher lebensbedrohlich ist. Epidemiologische Studien kommen zu dem Ergebnis, dass allergische Erkrankungen in den vergangenen Jahrzehnten signifikant zugenommen haben. Bei Kindern gehören Allergien zu den häufigsten chronischen Erkrankungen. Eine beunruhigende Entwicklung, wo dringend Handlungsbedarf besteht. Eine Schlüsselrolle bei der Behandlung von Allergien spielt die Stärkung und der Aufbau eines gut funktionierenden Abwehrsystems.

Um verstehen zu können, warum unser Immunsystem im Zusammenhang mit Allergien eine so bedeutende Rolle einnimmt, ist es zunächst wichtig zu wissen, wie Allergien überhaupt entstehen. Eine Allergie wird definiert als eine überempfindliche Reaktion unseres Abwehrsystems auf für unseren Körper fremde Umweltsubstanzen. Welche Faktoren ursächlich für das Entstehen von Allergien sind, konnte von der Wissenschaft noch immer nicht abschließend geklärt werden. Es ist jedoch wissenschaftlich erwiesen, dass es sich um eine Störung des menschlichen Abwehrsystems handelt. Grundvoraussetzung für das Entstehen einer Allergie ist zunächst, dass wir mit einem bestimmten Allergen erstmals in Kontakt kommen. Dieser Kontakt wird von unserem Immunsystem im Gedächtnis abgespeichert, um bei einem erneuten Kontakt mit dem Antigen entsprechend reagieren zu können. Eine Allergie wird dann ausgelöst, wenn das Immunsystem eine eigentlich ungefährliche Substanz als bedrohlich einstuft und deshalb zu viele Antikörper produziert. Die eigentlichen Symptome werden durch das Hormon „Histamin“ hervorgerufen, welches nun freigesetzt werden.

Die gute Nachricht daran ist, dass man Allergien vorbeugen kann, indem das Immunsystem entsprechend unterstützt und gestärkt wird. Ein gesundes Abwehrsystem kann zwischen gefährlichen und harmlosen Substanzen unterscheiden und bekämpft schließlich bedrohliche Erreger. Ein stabiles Immunsystem kann mögliche Allergieauslöser außerdem besser tolerieren. Können wir selbst etwas dazu beitragen, dass unsere Abwehr gestärkt wird und so Krankheiten und Allergien vorgebeugt werden können? Die Antwort lautet: „Na klar!“ Eine abwechslungsreiche und ausgewogene Ernährung ist das A und O für ein gut funktionierendes Immunsystem. Dabei sollten wir vor allem darauf achten, dass wir genügend Vitamine und Mineralstoffe zu uns nehmen. Zu den wichtigsten Vitaminen zählen Vitamin A, Vitamin B2, B6, B12, Vitamin C, Vitamin D und Vitamin E. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, mindestens drei Portionen Gemüse und zwei Portionen Obst pro Tag zu essen. Deinen Vitamin D-Haushalt kannst du am besten auftanken, indem du öfter an die Sonne gehst. Vitamin D ist für unser Immunsystem besonders wichtig. Wenn die Haut ausreichend viel Sonnenlicht ausgesetzt ist, schafft es unser Körper so 80 bis 90 Prozent des Bedarfs zu decken. Drei Mal wöchentlich für zwölf Minuten „Sonne tanken“ lautet hier die Empfehlung der Experten. Spurenelemente unterstützen unsere Abwehr ebenfalls. Besonders wichtig sind Zink, Selen, Kupfer und Eisen. Lebensmittel wie Fisch, Fleisch, Nüsse, Vollkornprodukte und Hülsenfrüchte sollten ein fester Bestandteil eines jeden Speiseplans sein. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (mindestens 2 Liter pro Tag) darf dabei auf keinen Fall fehlen. Am besten eignen sich hierfür Kräutertees oder stilles Wasser. Auch ausreichend Bewegung an der frischen Luft beziehungsweise Sport fördert das Immunsystem. Eine Überanstrengung sollte allerdings unbedingt vermieden werden. Wichtig ist außerdem regelmäßiges Händewaschen und lüften. Stress, Alkohol und Nikotin haben einen negativen Einfluss auf unsere Immunabwehr und schwächen das Immunsystem. Bestimmte Entspannungstechniken können dabei helfen, das Stresslevel herunterzufahren. Darüber hinaus kann unsere Abwehr auch mit Wechselduschen trainiert werden, die das vegetative Nervensystem stimulieren. Nicht zuletzt ist ausreichend Schlaf ein wichtiger Einflussfaktor, der unser Abwehrsystem stärkt. Infekte haben leichteres Spiel, wenn unser Körper unter Schlafmangel leidet. Mit diesen Maßnahmen kannst du ganz ohne Hokuspokus viel für deine Gesundheit und ein gestärktes Immunsystem tun.

 

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) meint man den Sitz unserer Immunabwehr, wenn man vom sogenannten „Wei Qi“ spricht. Ein starkes „Wei Qi“ kann deine Gesundheit effektiv vor krankmachenden Erregern schützen. „Qi“ bedeutet übersetzt „Lebensenergie“. Ist der Fluss des „Qi“ nicht gestört, so ist ein Mensch seelisch und physisch gesund. Stärke auch du dein „Wie Qi“ für ein gesünderes und glücklicheres Leben, denn „Gesundheit ist die erste Pflicht im Leben“, wie Oscar Wilde einst zutreffend formulierte.

 

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